Roman Flügel: Biographie‹‹ in ersten Soundexperimenten und der Courage, ein Demotape an den Indie-Fan (so nannte die Fachzeitschrift Zillo solche Menschen damals) Jörn Elling Wuttke weiterzureichen. Der war in der Darmstädter Musikszene kein unbeschriebenes Blatt und äußerte sich öfter begeisternd über neue elektronische Musik. Damit war der richtige Verbündete gefunden und Wuttke traute seinen verzauberten Ohren kaum.
Ähnlich erging es den Frankfurter DJs und Delirium-Plattenverkäufern Ata und Heiko MSO. Die glaubten zunächst, einer Eselei aufgesessen zu sein. So authentisch und eigenständig klang das, was ihnen Flügel und Wuttke als Acid Jesus bzw. Alter Ego für ihre Label Ongaku und Klang Elektronik präsentierten, als dass es aus dem Nachbarstädtchen Darmstadt kommen könnte. In Frankfurt dachte man bei solchen Sounds eher an Detroit. Der Rest steht schon längst in den Annalen und begründet eine fast schon heilige Allianz. Apropos heilig. Ein schwüler Sommertag, eine Kiste Bier und ein Studio in einer Autogarage reichten aus, um für Holy Garage und das House-Clubs noch heute in Tumulte stürzende „Surprise“ ein neues Label namens Playhouse zu gründen. Mitstreiter wie Isolée, Don Disco alias Losoul und Ricardo Villalobos machten das Label zum ersten haus am Platze. Folglich ging es voran, Geschichte wurde gemacht und die Neunziger vergingen wie im Fluge. Das aufgenommene Musikstudium störte irgendwann: „Es erschien mir irgendwie obsolet, ständig nur ›› |